Bundestagsabgeordnete besuchen Bürgerwindpark am 07.Februar 2013

Anlässlich ihrer energiepolitischen Tour durch Schleswig-Holstein mit Terminen zu Reaktor-Rückbau, Fracking und der Energiewende erklären der Sprecher für Energiewirtschaft, Oliver Krischer und der schleswig-holsteinische Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz von Bündnis 90/Die Grünen:

Unsere Besuche im Forschungsreaktor Geesthacht, dem Bürgerwindpark Wiemersdorf sowie unsere Diskussionsrunden zu Fracking und Energiewende zeigen eines ganz deutlich:

Die Atomkraft ist ein Auslaufmodell, deren Nutzung nun geordnet beendet werden muss.  Projekte wie der Bürgerwindpark Wiemersdorf sind dagegen wegweisend in ein neues Zeitalter: Eine nachhaltige Energieversorgung ist sicher, sauber, unendlich verfügbar und in den Händen der Bürgerinnen und Bürger. Diese Entwicklung wird auch nicht durch das Fracking aufgehalten werden. Der Irrglaube, man
könne durch Fracking  eine vermeintlich billigere und sichere Energieversorgung hervorzaubern, kann am Ende alle Betroffenen teurer zu stehen kommen. Für verstrahlte Anlagen, verunreinigtes Trinkwasser und verschandelte Landschaften muss am Ende immer die Gesellschaft aufzukommen, während sich die großen Gewinner der angeblichen Wundertechnologien aus ihrer Verantwortung stehlen wollen. Die Altlasten welche die Atomkraft hinterlässt, sollte allen eine Warnung sein.

Die Folgen des Fracking-Boom in Ländern wie den USA oder Kanada sind schon heute sichtbar: Die Belastungen für Umwelt und Anwohner sind gravierend, aber wenige Unternehmen profitieren immens. Anreize zum Energiesparen und für Investitionen in Erneuerbare Energien gehen dagegen verloren.

Es ist nicht zu verantworten, giftige Chemikalien und Abwässer in den Untergrund zu pumpen. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert daher ein mindestens zweijähriges Fracking-Moratorium. Diese Zeit muss genutzt werden, um zu prüfen, ob das Erdgas auch umweltverträglich gefördert werden kann. Diese Untersuchungen müssen unter strikten Sicherheits- und Umweltstandards durchgeführt werden. Sollte eine umweltverträgliche Förderung nicht möglich sein, muss dem Gas-Fracking eine klare Absage erteilt werden.

Solche Moratorien gibt es in fast allen europäischen Ländern, doch in Deutschland legt die schwarz-gelbe Bundesregierung die Hände in den Schoß und erklärt die geltende Rechtslage für ausreichend. Die betroffenen Kommunen bleiben dabei im Regen stehen, denn sie haben kaum Mitspracherecht, wenn in ihrem Gebiet gefrackt werden soll. Bündnis 90 / Die Grünen fordern eine grundlegende Reform des Bergbaurechts, um endlich höhere Umweltstandards, Transparenz und Bürgerbeteiligung zu ermöglichen.IMG_4895

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