Willkommensbündnisse aus Wahlkreis zu Besuch im politischen Berlin – Newsletter 1/2016

Mit statt über die Menschen reden

Flucht, Asyl, Integration – diese Themen bewegen das politische Berlin wie sie Menschen in Stormarn und Herzogtum Lauenburg vor Ort ganz persönlich berühren. Ob als Flüchtlinge, die hier eine Bleibe gefunden haben oder als Ehrenamtliche, die sie dabei unterstützen. Für mich ein guter Grund auch in diesem Jahr wieder 50 Flüchtlinge und Willkommenshelfer u.a. aus Reinfeld, Glinde, Salem, Wentorf, Büchen, Bargteheide und Mölln für eine zweitägige Besuchsfahrt in die Hauptstadt einzuladen.

Ich freue mich immer über Besuch aus dem Wahlkreis, über diese Gruppen bin ich jedoch besonders froh. So viel wird über, aber nicht mit den Betroffenen in der aufgeheizten Debatte gesprochen. Gerade dieser unmittelbare Austausch bringt für beide Seiten so viel – für uns Politikmacher die unmittelbaren Schilderungen über die Situation in den Unterkünften, Sprachkursen, Helferkreisen und umgekehrt bekommen Flüchtlinge, die teils nur das Dorf ihres Heims kennen, einen Eindruck unserer Hauptstadt und Demokratie.

So ging es in einer lebhaft auf Deutsch, Englisch und Arabisch geführten Diskussion direkt um diese Themen: Was bedeutet das zweite Asylpaket konkret für die Betroffenen. Ein Vater beschrieb eindrücklich, wie schwierig die Zusammenführung mit seiner Familie ist: „Das ist so wichtig, um hier richtig anzukommen, um gut die Sprache und einen Beruf zu erlernen. Aber allein schon einen Termin bei der Botschaft zu bekommen, ist fast unmöglich.“ – Das kann ich gut verstehen: Familien und gute Sprach- und Schulangebote sind der Schlüssel zur Integration. Leider mauert hier die Große Koalition just an der falschen Stelle – entgegen konkreter und konstruktiver Vorschläge der grünen Fraktion, für die ich neben meiner fachpolitischen Kollegin aus Kiel, Luise Amtsberg, als stellvertretender Fraktionsvorsitzender die Asyl- und Flüchtlingspolitik im Bundestag koordiniere. Auch die Wohnlage mit guten wie schlechten Beispielen aus der Region oder die Auswirkungen einer verschärften Residenzpflicht auf die Bewegungsmöglichkeiten bei der Arbeitssuche oder Familienbesuchen kamen zur Sprache.

Nach dem Gespräch musste ich gleich weiter ins ARD-Hauptstadtstudio für ein Statement zur neuesten Geheimdienst-Enthüllung (s. Artikel in diesem Newsletter), während die Gruppe bei einer Rundfahrt durchs politische Berlin und Kreuzberg sowie einem Ausstellungsbesuch zum Alltagsleben in der DDR ganz unterschiedliche Facetten über das historische wie zeitgenössische Berlin kennenlernten.

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