Anlässlich der angekündigten Absenkung der kassenärztlichen Vergütung für psychotherapeutische Arbeit um 4,5 % erklärt Konstantin von Notz, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/ Die Grünen und grüner Bundestagsabgeordneter für die Kreise Herzogtum-Lauenburg, Stormarn, Lübeck, Neumünster und Segeberg:
Angesichts historisch hoher psychischer Belastungen und ohnehin schon häufig kaum zumutbarer Wartezeiten für Betroffene setz die Entscheidung des Bewertungsausschusses, psychotherapeutischen Honorare zum 1. April 2026 um 4,5% zu senken, ein falsches Zeichen.
Schon heute warten viele Patientinnen und Patienten oftmals monatelang auf einen Therapieplatz. Die Praxen wiederrum kämpfen mit steigenden Energiekosten, Mieten, Bürokratie, Inflation und fehlendem Personal. Daher bedroht eine solche Kürzung nicht nur die wirtschaftliche Existenz der Praxen, sondern unmittelbar die Versorgungssicherheit.
Während wir gerade versuchen, psychische Erkrankungen zu entstigmatisieren, vermittelt die geplante Kürzung der Honorare eine geringe Wertschätzung gegenüber der Psychotherapie – ein für Therapeutinnen und Therapeuten sowie Patientinnen und Patienten fatales Signal.
Pauschale Kürzungen bringen keine langfristig nachhaltige Veränderung. Statt derart unausgereifter Pläne brauchen wir eine nachhaltige Reform unseres Gesundheitssystems, die strukturelle Defizite angeht. Zusätzlich muss die Weiterbildung und Ausbildung neuer Therapeutinnen und Therapeuten sichergestellt werden. Praxen müssen sich zukunftfest aufstellen können. Um qualifizierten Nachwuchs zu fördern, braucht es mehr Fortbildungen. Auch ist die Optimierung der Bedarfsplanung wichtig. Oftmals stundenlange Wartzeiten müssen mit einer Planung, die realen Bedarfen entspricht, spürbar verkürzt werden.